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Paul Morels psychologische und sexuelle Entwicklung

Titel: Paul Morels psychologische und sexuelle Entwicklung

Seminararbeit , 2001 , 26 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Simone Conen (Autor:in)

Anglistik - Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Als D.H. Lawrence Sons and Lovers verfaßt, legt er zwischendurch immer wieder
Schreibpausen ein. Zuerst versehen mit dem Arbeitstitel Paul Morel beginnt er 1910
den Roman. Im darauffolgenden Jahr schafft er es jedoch nicht, das Werk zu
beenden und lässt es fürs erste auf sich beruhen. Erst 1912 nimmt er die Arbeit an
Paul Morel wieder auf. Er nimmt weitere Änderungen vor und läßt neugewonnene
Eindrücke und Erfahrungen miteinfließen. Den Titel wandelt er nun in Sons and
Lovers um, da es das Thema des Werkes besser beschreibt. Im Mai 1913 wird Sons
and Lovers endlich veröffentlicht. 1912 war Lawrence nach Eastwood
zurückgekehrt, um den Roman endlich zu vollenden und dabei auch die Meinung von
Jessie Chambers dazu zu hören:
Jessie Chambers had made the notes she had promised to make; and she read the new
draft of the novel as he wrote it, very fast. It was one of the turning points in his career,
this creation of the revised Paul Morel in the Eastwood house he was sharing with his
sisters and his father, while showing the manuscript to Jessie, the representative of his past
life. Hewas surrounded by the past but, for the first time, was trying to get it into real
perspective and to understand what had really happened between his parents and to
himself when young. 1
Sons and Lovers ist zum Teil eine Autobiographie von D.H. Lawrence, wie in
Kapitel 1 im direkten Vergleich seiner eigenen Lebensgeschichte mit der des
Protagonisten Paul Morel herausgestellt wird. Kapitel 2 widmet sich den
psychologischen Aspekten im Buch und nimmt dabei speziellen Bezug auf die Lehre
von Professor Sigmund Freud. In besonderer Weise wird – um auch dem Titel des
Buches gerecht zu werden- die außergewöhnliche Beziehung zwischen Mutter und
Sohn /Söhnen unter die Lupe genommen. Der Vater, Walter Morel, findet in dem
Roman kaum Beachtung. Er ist eine wenig entwickelte Nebenfigur und wird
hauptsächlich negativ charakterisiert.
Ebenfalls in Kapitel 2 beschäftige ich mich mit der sexuellen Entwicklung von Paul
Morel. Erotik spielt in Lawrences Werken eine bedeutsame Rolle. Seiner Theorie
nach bedeutet Sex eine Art von Freiheit. Es ist eine psychische Balance, die
losgelöst ist von allen Zwängen der Außenwelt. In seinen Bildungsromanen steht
sexuelle Erfahrung sehr oft für einen Weg zur Selbsterkenntnis. Patricia Alden
beschreibt die Wirkung von Lawrences Romanen wie folgt:
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Die Entstehung des Bildungsromans Sons and Lovers

B. Paul Morels psychologische und sexuelle Entwicklung

I. Autobiographische Züge in Sons and Lovers

II. Ein psychologischer und sexueller Ansatz nach Freud

C. Sons and Lovers – Ein Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische und sexuelle Entwicklung der Romanfigur Paul Morel in D.H. Lawrences Werk "Sons and Lovers" unter besonderer Berücksichtigung autobiographischer Parallelen und psychoanalytischer Ansätze nach Sigmund Freud.

  • Analyse der semiautobiographischen Bezüge zwischen D.H. Lawrence und seiner Romanfigur Paul Morel.
  • Untersuchung der konfliktreichen Vater-Sohn-Beziehung und der Dominanz der Mutterfigur.
  • Anwendung des Ödipuskomplexes zur Erklärung der sexuellen Identitätsfindung von Paul Morel.
  • Diskussion über psychische Impotenz und die Spaltung zwischen geistiger und körperlicher Liebe.
  • Kritische Betrachtung des gescheiterten Versuchs zur emotionalen Ablösung vom Elternhaus.

Auszug aus dem Buch

II. Ein psychologischer und sexueller Ansatz nach Freud

D.H. Lawrence wird oft nachgesagt, Sons and Lovers unter Berücksichtigung der Theorien von Professor Sigmund Freud verfaßt zu haben. Da die beiden Zeitgenossen waren, ist natürlich zu vermuten, daß Lawrence die Werke von Freud gelesen hat. Eine direkte Bezugnahme kann allerdings kaum unterstellt werden, denn wie in Kapitel 1 bereits aufgezeigt, weist Sons and Lovers eindeutig autobiographische Züge auf, und ist somit authentisch. Dennoch möchte ich es an dieser Stelle nicht versäumen, Parallelen zu Freuds Erkenntnissen zu ziehen. Alfred Booth Kuttner hat sich mit der psychologischen Ausdeutung von Sons and Lovers beschäftigt und die Ansätze von Freud verständlich zusammengefasst. In meinen Ausführungen stütze ich mich größtenteils auf sein Resümee. Da die sexuelle Entwicklung sehr stark mit der psychologischen Entfaltung vernetzt ist, habe ich mich dazu entschlossen, die beiden Themenpunkte in einem gemeinsamen Kapitel zu bearbeiten. So werden bei der Untersuchung der Psyche von Paul Morel auch Aspekte seines sexuellen Lebens miteinfließen.

Laut Freud beginnt der Liebesinstinkt, so bald das Kind weit genug entwickelt ist, um seine Mutter als das Objekt seiner Zuneigung auszuwählen. Anfangs geschieht dies instinktiv und unbewußt, da das Kind völlig abhängig von der Mutter ist, die es mit Nahrung, Gefühlswärme und Trost versorgt. Somit ist die Mutter in diesem Sinne also die erste Liebe eines Menschen. Auch in Sons and Lovers wird die emotionale Bindung des Säuglings an seine Mutter zum Ausdruck gebracht. Im Kapitel über die Geburt von Paul wird erwähnt, wie das Baby auf dem Schoß der Mutter sitzt: “The baby was looking up at her.“ (S.36)

Zusammenfassung der Kapitel

A. Die Entstehung des Bildungsromans Sons and Lovers: Dieses Kapitel beleuchtet den Entstehungsprozess des Romans sowie die autobiographischen Hintergründe und Einflüsse, die D.H. Lawrence bei der Arbeit an seinem Werk prägten.

B. Paul Morels psychologische und sexuelle Entwicklung: Dieser Hauptteil analysiert die komplexe Psyche des Protagonisten durch den Vergleich mit dem Leben des Autors und die Anwendung zentraler Theorien von Sigmund Freud, insbesondere im Hinblick auf den Ödipuskomplex und die sexuelle Reifung.

C. Sons and Lovers – Ein Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert Lawrences spätere Sicht auf die Darstellung seines Vaters und fasst die Problematik der Beziehungsdynamik innerhalb des Romans zusammen.

Schlüsselwörter

D.H. Lawrence, Sons and Lovers, Paul Morel, Sigmund Freud, Ödipuskomplex, Autobiographie, Psychologie, sexuelle Entwicklung, Mutterbindung, Beziehungsdynamik, psychische Impotenz, Identitätsfindung, Identifikation, literarische Analyse, Bildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die psychologische und sexuelle Reifung des Protagonisten Paul Morel in D.H. Lawrences Roman "Sons and Lovers" und prüft, inwiefern dies mit dem realen Leben des Autors korrespondiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Mutterbindung, den Einfluss der Vaterfigur, die psychosexuelle Entwicklung des Heranwachsenden sowie die Problematik des Ablösungsprozesses vom Elternhaus.

Was ist das primäre Ziel der Analyse?

Das Ziel ist es, die unbewussten Mechanismen und familiären Konflikte, die Paul Morels Liebesleben und seine Identitätsbildung prägen, mittels freudscher Psychoanalyse zu entschlüsseln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die die Romaninhalte sowohl mit biographischen Quellen als auch mit psychoanalytischen Theorien Sigmund Freuds in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung autobiographischer Bezüge zum Autor und eine tiefergehende psychologische Deutung der Konflikte zwischen Paul, seinen Eltern und seinen Liebespartnerinnen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem D.H. Lawrence, Ödipuskomplex, Mutterbindung, Identitätsfindung und psychische Impotenz.

Welche Rolle spielt die Figur des Walter Morel für den Protagonisten?

Walter Morel wird von Paul als aggressive, betrunkene Vaterfigur abgelehnt, was den Jungen daran hindert, eine gesunde männliche Identifikation zu vollziehen und ihn stattdessen in eine engere Bindung zur Mutter treibt.

Warum fällt es Paul Morel so schwer, dauerhafte Liebesbeziehungen einzugehen?

Aufgrund der tiefsitzenden, nahezu inzestuösen Bindung zu seiner Mutter projiziert Paul ein unerreichbares Ideal auf seine Partnerinnen, was zu einer Spaltung zwischen körperlicher Lust und geistiger Zuneigung führt.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Paul Morels psychologische und sexuelle Entwicklung
Hochschule
Universität Trier  (Fachbereich II)
Veranstaltung
PS: 2 Bildungsromane: J. Joyce und D.H. Lawrence
Note
1,7
Autor
Simone Conen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
26
Katalognummer
V17673
ISBN (eBook)
9783638221849
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Paul Morels Entwicklung Bildungsromane Joyce Lawrence
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Simone Conen (Autor:in), 2001, Paul Morels psychologische und sexuelle Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17673
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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