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Die Weiblichkeit als Projektionsfläche für das männliche Ich - Eine Betrachtung der Funktionen des Weiblichen in E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann

Título: Die Weiblichkeit als Projektionsfläche für das männliche Ich - Eine Betrachtung der Funktionen des Weiblichen in E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann

Trabajo de Seminario , 2001 , 23 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Birgit Michels (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Die Diskrepanz zwischen der Darstellung der Frau in der Literatur und ihrer tatsächlichen Rolle in der Wirklichkeit ist, besonders in der Literatur der Romantik, ein häufig zu beobachtendes Phänomen. Während der Frau in der realen Welt ein äußerst begrenztes und marginales Wirkungsfeld zugestanden wurde („Haus und Herd als Aktionsradius“ 1 ), erhielt die „imaginierte Weiblichkeit“ 2 eine unverhältnismäßig bedeutendere Rolle. Die Frauenfigur ist aus der Literatur nicht wegzudenken; in der Geschichtsschreibung hingegen tauchen Frauen höchstens gelegentlich als kleine Randnotiz auf.

Die Geschichte der Bilder, der Entwürfe, der metaphorischen Ausgestaltung des Weiblichen ist ebenso materialreich, wie die Geschichte der realen Frauen arm an überlieferten Fakten ist. 3

Diese Beobachtung könnte zu dem Schluß verleiten, daß der Frau in der Literatur die Ästimation zuteil wurde, die ihr im realen Leben verwehrt blieb. Bei genauerer Betrachtung der Funktionen des Weiblichen in der Literatur kommt man jedoch zu dem Schluß, daß der Frau auch hier oft keine eigene Substantialität zukommt. Sie wird, reduziert auf wenige Eigenschaften, häufig nur im Hinblick auf ihre Funktion, ihren Nutzen für den Mann beschrieben und dargestellt. So fungiert die Frau in der Literatur z.B. als Projektionsfläche für männliche Sehnsüchte und dient somit dem Mann indirekt als Mittel zur Selbstverwirklichung. Die Darstellung des weiblichen Charakters basiert, im Positiven wie im Negativen, auf der Wahrnehmung der männlichen Hauptperson. D.h., die Wirkung der Frau auf den männlichen Helden prägt das Bild der Weiblichkeit entscheidend. Man könnte so-gar sagen, daß sich viele Weiblichkeitsbilder erst in ihrem Bezug auf die Männlichkeit definieren.

Auch im Werke E.T.A. Hoffmanns lassen sich solche Tendenzen erkennen. Insbesondere die Betrachtung des Geschlechterverhältnisses im Nachtstück Der Sandmann läßt Rückschlüsse auf die Funktion der Weiblichkeit in der Literatur der Romantik zu. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 THEMA UND ABGRENZUNG

2 UNTERSUCHUNG DER „FUNKTIONEN DES WEIBLICHEN“ AM BEISPIEL VON E.T.A. HOFFMANNS SANDMANN

2.1 Darstellung der Frauenfiguren

2.1.1 Allgemeines

2.1.2 Äußere Erscheinung

2.1.3 Charakter / geistige Werte

2.2 Darstellung des Geschlechterverhältnisses

2.2.1 Allgemeine Bemerkungen

2.2.2 Die Disharmonie der Geschlechter

2.2.3 Die Frau als Projektionsfläche männlicher Sehnsüchte

2.3 Erzählperspektive

2.4 Stilmittel und rhetorische Figuren

2.4.1 Metaphern und Symbole

2.4.1.1 Der Sandmann

2.4.1.2 Die Automate

2.4.1.3 Die Augenmetaphorik

2.4.2 Ironie

3 SCHLUSSWORT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktionen weiblicher Figuren in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ unter Berücksichtigung des zeitgenössischen Geschlechterverhältnisses. Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit die weiblichen Charaktere lediglich als Projektionsflächen männlicher Sehnsüchte dienen und Nathanaels narzisstische Selbstbespiegelung stützen.

  • Die instrumentelle Reduktion der Frau in der Literatur der Romantik.
  • Vergleich zwischen der lebendigen Clara und dem mechanischen Automaten Olimpia.
  • Die Analyse des Geschlechterverhältnisses aus der einseitigen Perspektive Nathanaels.
  • Untersuchung zentraler Stilmittel wie Augenmetaphorik, Symbolik und Ironie.

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Äußere Erscheinung

Da Hoffmann die äußere Erscheinung der weiblichen Hauptfiguren in einem sehr ausschweifenden und anschaulichen Stil beschreibt, muß ihr auch eine entsprechende Bedeutung zukommen. Auffällig ist, daß der Blickwinkel, von dem aus die Frauenfiguren betrachtet werden, häufig verschoben wird. Der Bruch, der schon in Nathanaels Wahrnehmungsweise von Clara zu beobachten war, führt sich in ihrer Erscheinung fort. So heißt es zwar: „Für schön konnte Clara keineswegs gelten“, doch wird ihre physische Erscheinung praktisch im gleichen Atemzug über alle Maße gelobt, so daß sie schon fast engelsgleich zu sein scheint. Um ein objektives Bild von Clara zu schaffen, zieht der auktoriale Erzähler verschiedene Meinungen hinzu. So ergibt sich ein Bild von einer Frau, deren „Nacken, Schultern und Brust beinahe zu keusch geformt“ sind, mit „wunderbare[m] Magdalenenhaar“ und einem Blick, aus dem dem Betrachter „wunderbare himmlische Gesänge und Klänge entgegenstrahlen“.

Ähnlich wird das Bild der Olimpia kreiert. Auch ihr fehlt zunächst die vollkommene Schönheit, da ihr Blick etwas Totes, Starres in sich birgt. Außerdem hat sie in „Schritt und Stellung [...] etwas Abgemessenes und Steifes, das manchem unangenehm auffiel“, doch ebenso wie Clara ist auch sie von schönem Wuchs und besitzt ein „schön geformtes“ Gesicht. Auffällig in der Beschreibung beider Frauenfiguren ist die unterschiedliche Funktion des Blickes. Ist es bei Clara gerade der Blick, welcher einen großen Teil ihrer Schönheit ausmacht; so ist es bei Olimpia (verständlicherweise) der Blick, welcher ihre Schönheit schmälert. Aus Nathanaels Perspektive jedoch kehrt sich diese Wahrnehmungsweise im Laufe der Erzählung genau ins Gegenteil um. Er empfindet die lebendige Clara als kalt, gefühllos und prosaisch.

Zusammenfassung der Kapitel

1 THEMA UND ABGRENZUNG: Einführung in die Diskrepanz zwischen der literarischen Darstellung der Frau und ihrer realen Rolle in der Romantik sowie Hinführung zur Fragestellung.

2 UNTERSUCHUNG DER „FUNKTIONEN DES WEIBLICHEN“ AM BEISPIEL VON E.T.A. HOFFMANNS SANDMANN: Analyse der weiblichen Figuren, des Geschlechterverhältnisses und der formalen Erzählweise im Werk.

3 SCHLUSSWORT: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, wonach die Frau im Sandmann primär als Projektionsfläche zur Befriedigung männlicher Selbstbilder fungiert.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann, Weiblichkeit, Geschlechterverhältnis, Projektionsfläche, Narzissmus, Romantik, Literaturanalyse, Clara, Olimpia, Augenmetaphorik, Automaten, Geschlechterrollen, Subjektivität, Wahnsinn

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung und Funktion von Frauenfiguren in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ innerhalb des Kontextes der Literatur der Romantik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen zählen die narzisstische Objektivierung der Frau durch den Protagonisten, das Spannungsfeld zwischen rationaler Realität und irrationaler Phantasie sowie die Bedeutung von Symbolen und Erzählperspektiven.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Nathanael die Frauenfiguren instrumentalisiert, um seine eigenen inneren Zerwürfnisse und Sehnsüchte zu spiegeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung folgt einer textnahen literaturwissenschaftlichen Interpretation, ergänzt durch formale Analysen von Erzählstrukturen und rhetorischen Stilmitteln.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Interpretation der Frauenfiguren, eine Untersuchung des Geschlechterverhältnisses sowie eine formale Analyse von Perspektive, Symbolik und Ironie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind neben den Protagonisten die Begriffe Projektionsfläche, Geschlechterrolle, Narzissmus und der für Hoffmann typische Dualismus.

Warum erscheint die Figur der Olimpia für Nathanael als ideale Partnerin?

Olimpia ist ein passiver, mechanischer Automat, der durch seine Leere Nathanael ermöglicht, seine eigenen phantastischen Projektionen ungefiltert auf sie zu übertragen, was bei der kritischen Clara scheitert.

Wie bewertet die Autorin Nathanaels Wahrnehmung der Realität?

Die Autorin stellt fest, dass Nathanaels Unfähigkeit, zwischen Realität und Wahnsinn zu unterscheiden, durch seine Fixierung auf das eigene Ich bedingt ist und letztlich zu seinem Untergang führt.

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Detalles

Título
Die Weiblichkeit als Projektionsfläche für das männliche Ich - Eine Betrachtung der Funktionen des Weiblichen in E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann
Universidad
University of Bonn  (Germanistik)
Calificación
1,0
Autor
Birgit Michels (Autor)
Año de publicación
2001
Páginas
23
No. de catálogo
V17387
ISBN (Ebook)
9783638219747
Idioma
Alemán
Etiqueta
Weiblichkeit Projektionsfläche Eine Betrachtung Funktionen Weiblichen Hoffmanns Sandmann
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Birgit Michels (Autor), 2001, Die Weiblichkeit als Projektionsfläche für das männliche Ich - Eine Betrachtung der Funktionen des Weiblichen in E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17387
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