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Das Bild der normannischen Eroberung Englands in der anglonormannischen Geschichtsschreibung: Herrschaftsideologie und Propaganda

Titel: Das Bild der normannischen Eroberung Englands in der anglonormannischen Geschichtsschreibung: Herrschaftsideologie und Propaganda

Hausarbeit , 1997 , 17 Seiten

Autor:in: Ulrike Kemper (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Hausarbeit geht es darum, ob und welche Mittel der Propaganda von
Wilhelm dem Eroberer und damit von den Normannen, aber auch von Earl Harold
und den Angelsachsen eingesetzt wurden, um deren Herrschaftsideologien
durchzusetzen und deren Vorgehen aufgrund der unklaren Thronnachfolge nach
König Edwards Tod zu rechtfertigen.
Dabei stellt sich die Frage, in wie weit Propaganda in diesem Zusammenhang
möglich war, und von wem dieses Mittel eingesetzt wurde. Ich werde also auf die
Anwendungsformen der Propaganda bei den Normannen, aber auch bei den
Angelsachsen eingehen und durch Beispiele in den folgenden Kapiteln belegen.
Zum besseren Verständnis erläutere ich im 2. Kapitel die Hintergründe, welche zu
der Eroberung Englands durch Wilhelm führten. Gleich darauf werde ich den Inhalt
von Wilhelms Propaganda, nämlich die Darstellung Harolds als Eidbrecher, auch
anhand von Quellentexten näher beleuchten. Hierbei ist zu beachten, daß die Zeit
der militärischen Eroberung frühestens um das Jahr 1070 ein Ende fand und danach
meist erst die normannische Niederlassung folgte. Dies bedeutet im Grunde, daß
auch Quellen, die nach 1066 entstanden sind, als Propagandamaterial anzusehen
sind.1 Den Abschluß stellt eine Betrachtung des Teppichs von Bayeux dar, welcher
vor allem durch seine militärgeschichtlichen Aspekte und die künstlerische Leistung
eine enorme Bedeutung erlangt hat. In meinen Augen ist dieser Teppich aber auch
als Propagandamittel für das Mittelalter als einmalig anzusehen.
1 Brown, R. A.: The Norman Conquest, S. XV

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wie und durch wen ist mittelalterliche Propaganda denkbar?

3. Die schriftlichen Quellen und ihre Verfasser

3.1. William of Jumièges: Gesta Normannorum Ducum

3.2. William of Poitiers: Gesta Guillelmi ducis Normannorum et regis Anglorum

3.3. Anglo-Saxon Chronicle und ‘Florence’ of Worcester (Chonicon ex Chronicis)

3.4. Vita Edwardi Regis

4. Die normannische Eroberung von 1066

4.1. Vorgeschichte: Wie sah die Erbfolge für den englischen Thron aus?

4.2. Wilhelm der Eroberer stellt Harold als „Eidbrecher“ dar und rechtfertigt so den Feldzug

5. Der Teppich von Bayeux

5.1. Historischer Hintergrund

5.2. Militärgeschichtlicher Aspekt

5.3. Was ist das eigentliche Thema?

5.4. Der Teppich von Bayeux als Propagandamittel

6. Schlußbemerkung

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die Propagandastrategien, die sowohl Wilhelm der Eroberer als auch Earl Harold und die Angelsachsen nach dem Tod von König Edward einsetzten, um ihre jeweiligen Herrschaftsansprüche zu legitimieren und ihre politischen Vorgehensweisen im Kontext der unklaren Thronnachfolge zu rechtfertigen.

  • Analyse schriftlicher Propagandamittel durch Chroniken und zeitgenössische Geschichtsschreibung.
  • Untersuchung von bildlicher Propaganda am Beispiel des Teppichs von Bayeux.
  • Darstellung der normannischen Argumentation zur Rechtfertigung der Eroberung, insbesondere der Vorwurf des Meineids gegen Harold.
  • Vergleich der unterschiedlichen Perspektiven und Nuancen in normannischen und angelsächsischen Quellen.

Auszug aus dem Buch

4.2. Wilhelm der Eroberer stellt Harold als „Eidbrecher“ dar und rechtfertigt so den Feldzug

In erster Linie rechtfertigte Wilhelm seinen Feldzug damit, daß Harold sich des Meineids schuldig gemacht, aber auch, daß er gegen den erklärten Willen des verstorbenen Königs gehandelt habe. Sein diesbezüglicher Standpunkt wird in der formellen Erklärung, welche er laut Wilhelm von Poitiers angeblich am Vorabend von Hastings dem König Harold durch einen Mönch aus Fécamp übersenden ließ, sehr deutlich:

„Not with temerity nor unjustly, but with resolutions and by the dictates of equity, have I crossed into this land, of which my lord and kinsman made me the heir, as Harold himself acknowledges, on account of the great honours and services which I and my forbears conferred upon him, his brother and their followers; and as he believed me the most worthy of all his race so also he held me the most able both to support him while he lived and to govern the kingdom after his death. Assuredly this was not done without the consent of his magnates, but with the conusel of archbishop Stigand and of earl Godwin, earl Leofric and earl Siward, all of whom confirmed by oath and pledge of hands that after Edward`s death they would receive me as lord, nor during his lifetime would they seek in any way whatever to prevent my succession to this country.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung der Propaganda im Kontext der englischen Thronfolge nach 1066.

2. Wie und durch wen ist mittelalterliche Propaganda denkbar?: Erläuterung der verschiedenen Formen von mündlicher, schriftlicher und bildlicher Propaganda im 11. Jahrhundert.

3. Die schriftlichen Quellen und ihre Verfasser: Vorstellung der zentralen normannischen und angelsächsischen Quellentexte und ihrer jeweiligen politischen Hintergründe.

4. Die normannische Eroberung von 1066: Analyse der Ursachen der Thronstreitigkeiten und der gezielten Diffamierung Harolds als Eidbrecher durch Wilhelm.

5. Der Teppich von Bayeux: Untersuchung des Bildteppichs als funktionales Propagandainstrument und historische Quelle.

6. Schlußbemerkung: Zusammenfassende Bewertung der propagandistischen Effektivität der normannischen Strategien im Vergleich zu angelsächsischen Gegenpositionen.

Schlüsselwörter

Normannische Eroberung, England 1066, Propaganda, Wilhelm der Eroberer, Harold Godwinson, Teppich von Bayeux, Herrschaftsideologie, Thronnachfolge, Geschichtsschreibung, Meineid, Mittelalter, angelsächsische Chronik, politische Legitimation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die propagandistischen Mittel, die genutzt wurden, um den Machtanspruch Wilhelms des Eroberers und die Legitimität des angelsächsischen Widerstands zu stützen.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Schwerpunkte sind die schriftliche Propaganda durch Chroniken, die Rolle des Eidbruch-Vorwurfs gegen Harold sowie die Bildpropaganda des Teppichs von Bayeux.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Propaganda eingesetzt wurde, um politische Ansprüche in einer unklaren Thronnachfolge-Situation zu rechtfertigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse historischer Texte und bildlicher Darstellungen des 11. Jahrhunderts.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den normannischen Quellen, der Vorgeschichte der Eroberung und der ikonografischen Analyse des Teppichs von Bayeux.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind normannische Eroberung, Propaganda, Herrschaftsideologie, Harold Godwinson und der Teppich von Bayeux.

Welche Rolle spielte der Halleysche Komet im Teppich von Bayeux?

Der Komet wurde als böses Omen interpretiert, das die Krönung Harolds als unter einem „schlechten Stern“ stehend darstellte und so die normannische Invasion moralisch begleitete.

Warum wird Harold im normannischen Kontext als „Eidbrecher“ bezeichnet?

Wilhelm nutzte den Vorwurf eines auf Reliquien geleisteten Treueeids, um seinen Feldzug nicht als Usurpation, sondern als Wiederherstellung von Recht und Ordnung zu präsentieren.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Bild der normannischen Eroberung Englands in der anglonormannischen Geschichtsschreibung: Herrschaftsideologie und Propaganda
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Die Normannen in Europa im Mittelalter
Autor
Ulrike Kemper (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1997
Seiten
17
Katalognummer
V17015
ISBN (eBook)
9783638217002
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bild Eroberung Englands Geschichtsschreibung Herrschaftsideologie Propaganda Normannen Europa Mittelalter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ulrike Kemper (Autor:in), 1997, Das Bild der normannischen Eroberung Englands in der anglonormannischen Geschichtsschreibung: Herrschaftsideologie und Propaganda, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17015
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Leseprobe aus  17  Seiten
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