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Vergleichende Analyse der Texttheorie Roland Barthes mit Marcel Beyers Roman Flughunde

Titel: Vergleichende Analyse der Texttheorie Roland Barthes mit Marcel Beyers Roman Flughunde

Zwischenprüfungsarbeit , 2003 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Matthias Amos Reinecke (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit dem Roman Flughunde hat Marcel Beyer 1996 ein anspruchsvolles Stück deutsche Literaturgeschichte geschaffen, das ihm bereits 1991 beim Klagenfurter-Bachmann-Wettbewerb den Ernst-Willner-Preis einbrachte. Beyer hatte damals aus Auszügen des Manuskriptes vorgelesen.
Beyer wurde am 23. November 1965 in Tailfingen bei Stuttgart geboren. Nach dem Abitur studierte er Germanistik, Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft in Siegen. Seit 1989 ist er Herausgeber und Mitarbeiter bei verschiedenen literarischen Zeitschriften und Buchreihen. Im Januar/Februar 1996 wurde er Writer in Residence am University College in London, im Frühjahr 1998 an der University of Warwick in Coventry. Beyer lebte bis 1996 in Köln, seither in Dresden. Sein literarisches Werk umfasst 5 Gedichtbände, darunter „Erdkunde“ und „Falsches Futter“, sowie 3 Romane: „Das Menschenfleisch“ [1991], „Flughunde“ [1996] und Spione [2000]. Im Jahr 2001 erhielt er den Heinrich-Böll-Preis als „richtungsweisender Autor“.
Anspruchsvoll ist der Text in zweierlei Hinsicht. Zum einen wird beim Lesen deutlich, daß hier in einer Art und Weise mit einem dunklen Stück deutscher Vergangenheit umgegangen wird, die keineswegs undiskutiert ist. So muß man feststellen, daß die Handlung zwar im Dritten Reich angesiedelt ist, doch das Fehlen jeglicher ethisch-moralischer Bezugspunkte erstaunt. Die nicht beinhaltete moralische Instanz jedoch geht nicht verlustig, sie wird lediglich in Richtung des Lesers ausquartiert. Zum anderen fordert der Roman die Aktivität des Lesers ein. Die beim Lesen verfolgten Fährten führen am Ende nicht zusammen. Man sieht sich gezwungen, das Buch einige Male zu lesen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fakten und Fiktionen

3. Der theoretische Hintergrund

3.1 Vom Strukturalismus zum Poststrukturalismus

4. Zu Roland Barthes

4.1 Texte von Roland Barthes

4.1.1 Mythen des Alltags

4.1.2 Der Tod des Autors

4.1.3 Das Reich der Zeichen

4.1.4 Die Lust am Text

5. Betrachtung des Romans unter dem Blickwinkel der Bartheschen Thesen

5.1 Die Uneindeutigkeit des Zeichens

5.1.1 Das Titelblatt des Romans

5.1.2 Die im Roman verwendete Sprache

5.1.3 Herrmann Karnau

5.1.4 Das Ende des Romans

5.2 Der Widerspruch

5.3 Der Mythos

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Marcel Beyers Roman „Flughunde“ unter Anwendung der literaturtheoretischen Konzepte von Roland Barthes. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Beyer poststrukturalistische Ansätze – wie die Dekonstruktion von Autorschaft, die Vieldeutigkeit des Zeichens und den Widerspruch – in seinem Werk künstlerisch umsetzt, um eine komplexe Auseinandersetzung mit der deutschen NS-Vergangenheit jenseits einfacher moralischer Einordnungen zu ermöglichen.

  • Analyse der poststrukturalistischen Texttheorie von Roland Barthes
  • Untersuchung der Romanstruktur und Sprache in „Flughunde“
  • Wechselspiel von historischen Fakten und literarischer Fiktion
  • Dezentrierung der Identität am Beispiel des Protagonisten Herrmann Karnau
  • Verbindung von Symbolik, Mythos und Sprachspielen

Auszug aus dem Buch

5.1.2 Die im Roman verwendete Sprache

Beyer versteht es, dem Leser unentwegt Sprachspiele zu präsentieren, welche verdeutlichen, wie einzelne Worte in jeweils neuen Kontexten eine weitere Bedeutung erhalten. Er geht dabei auf zwei Arten vor:

Zum einen beschreibt er Situationen in einem Vokabular, welches automatisch einen anderen - nicht genannten - Kontext durchschimmern lässt. Z.B erfährt man, daß Helga und ihre Geschwister sehr früh morgens, ja fast noch mitten in der Nacht geweckt werden, da Karnau sie abholt um sie mit zu sich nach Hause zu nehmen. [S.33] An dieser Stelle des Buches weiß man bereits aus dem Vortext, daß es sich bei den Kindern um Sprößlinge von NS-Größen handelt, die nicht einfach des Nachts abgeholt wurden. „Abgeholt“ wurden zur damaligen Zeit jedoch Menschen jüdischer Abstammung.

Ferner weist die Szenerie beim Friseur auf ebenfalls auf Tatsachen, die im 3. Reich passierten. Beyer beschreibt aus Helgas Sicht, wie die Haare der Kinder geschnitten werden und wie unangenehm dies für sie alle ist. [S.94] Bilder von kahlgeschorenen KZ-Insassen kommen dabei ins Gedächtnis.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Autors Marcel Beyer und der zentralen Problemstellung des Romans im Kontext der deutschen Vergangenheit.

2. Fakten und Fiktionen: Untersuchung der Vermischung von historischen Fakten und fiktiven Elementen sowie des konzeptuellen Rahmens im Nationalsozialismus.

3. Der theoretische Hintergrund: Darstellung der Entwicklung vom Strukturalismus zum Poststrukturalismus mit Fokus auf Ferdinand de Saussure.

4. Zu Roland Barthes: Biografische Einführung und Vorstellung zentraler Texte von Barthes für den theoretischen Vergleich.

5. Betrachtung des Romans unter dem Blickwinkel der Bartheschen Thesen: Hauptteil der Arbeit, in dem die Thesen von Barthes auf die Sprach- und Figurengestaltung des Romans angewandt werden.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der gelungenen Anwendung poststrukturalistischer Konzepte auf den Roman.

Schlüsselwörter

Flughunde, Marcel Beyer, Roland Barthes, Poststrukturalismus, Strukturalismus, Sprachspiele, Nationalsozialismus, Herrmann Karnau, Literaturtheorie, Zeichen, Mythos, Fiktion, Identität, Dezentrierung, Erzählweise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Roman „Flughunde“ von Marcel Beyer durch die theoretische Linse der Schriften von Roland Barthes.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Sprache und Bedeutung, die Darstellung der NS-Zeit, das Konzept von Autorschaft und die Pluralität von Wahrheit in literarischen Texten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Beyer durch spezifische sprachliche Techniken und erzählerische Unsicherheiten die Leserschaft dazu zwingt, Wahrheit und Fiktion aktiv zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die poststrukturalistische Texttheorien (insbesondere von Barthes) auf einen zeitgenössischen deutschen Roman überträgt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Konzepte der Uneindeutigkeit des Zeichens, der Widerspruch und der Mythos detailliert auf Figuren wie Karnau und Szenen des Romans angewendet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Poststrukturalismus, Zeichen, Widerspruch, Mythos, Fiktion und die Dekonstruktion historischer Identität charakterisiert.

Wie geht Beyer im Roman mit der Figur Herrmann Karnau um?

Karnau dient als komplexe Projektionsfläche; er wird einerseits als liebevoller Vater, andererseits als Täter im NS-Dienst dargestellt, wodurch eine Eindeutigkeit der Figur bewusst unterlaufen wird.

Welche Rolle spielt das Ende des Romans für die Analyse?

Das offene Ende, in dem die Täterfrage ungelöst bleibt, wird als bewusste Umsetzung von Barthes' Forderung nach dem „Tod des Autors“ gewertet, da der Leser gezwungen wird, die Bedeutung selbst zu konstruieren.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vergleichende Analyse der Texttheorie Roland Barthes mit Marcel Beyers Roman Flughunde
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Veranstaltung
Proseminar Der Roman der Postmoderne
Note
1,3
Autor
Matthias Amos Reinecke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
22
Katalognummer
V14331
ISBN (eBook)
9783638197618
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vergleichende Analyse Texttheorie Roland Barthes Marcel Beyers Roman Flughunde Proseminar Roman Postmoderne
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Amos Reinecke (Autor:in), 2003, Vergleichende Analyse der Texttheorie Roland Barthes mit Marcel Beyers Roman Flughunde, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14331
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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